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 Die Piratenpartei über Ego-Shooter

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Dr. Jeet Liuzzi



Anzahl der Beiträge : 58
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BeitragThema: Die Piratenpartei über Ego-Shooter   Mi Sep 30, 2009 11:43 pm



Die Piratenpartei Deutschland über Ego-Shooter

Die Killerspieldebatte, wie sie aktuell in Deutschland geführt wird, ist überfrachtet mit Vorurteilen und wird von den konservativen Kräften dazu genutzt von Problemen wie sozialer Verelendung und mangelnder pädagogischer Kompetenz im Medienbereich abzulenken.

Als Killerspiele werden Computerspiele wie Counter-Strike, Quake oder Doom bezeichnet. Diese gehören zum Genre der sogenannten Ego-Shooter, in denen der bewaffnete Spieler ein Spielziel erreichen muss und auf dem Weg dorthin andere virtuelle Spieler tötet. Spiele, bei denen Tötungsszenen graphisch realistisch aufgearbeitet und Mittelpunkt des Spiels sind, sind in Deutschland indiziert.
Killerspiele ist ein Propagandawort, das von bestimmten Politikern dazu verwendet wird, bestimmte Spiele schlechtzumachen. Die Piratenpartei fordert solche Spiele wieder als das zu bezeichnen was sie sind: Egoshooter.

Nach mehreren Amokläufen in Deutschland (Erfurt, Emsdetten) und den USA (Columbine etc.) hat die Politik eine von vielen Gemeinsamkeiten der Täter zur alleinigen Ursache erklärt: das Spielen von Egoshootern. Gesellschaftliche Gemeinsamkeiten der Täter wie soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit werden unter den Tisch gekehrt - mit welcher kurzfristig umsetzbaren und nahezu kostenfreien Gesetzesänderung könnte man hier auch Wählerstimmen gewinnen?

Erste wirtschaftliche Konsequenzen dieser unseriös und plakativ geführten Debatte sind jetzt in Hessen erkennbar: Crytek - eines der international renommiertesten Spiele-Entwicklungsstudios und in der Mainmetropole Frankfurt ansässig - warnt, dass bei der Verabschiedung eines Herstellungs- und Verkaufsverbots der deutsche Standort Frankfurt mit 230 Arbeitsplätzen nicht mehr zu halten ist. Eigentlich müssten international erfolgreich agierende Software-Unternehmen auf politische Unterstützung bauen. Denn künftige Schlüsseltechnologien - und zu diesen zählt Cryteks Grafik-Engine - können sich zu entscheidenen Standortfaktoren entwickeln und künftige Innovationszentren begründen.

Den Erfolg Cryteks wird ein deutsches Egoshooter-Verbot nicht aufhalten können. Die Spieleentwickler von "Far cry" und "Crysis" lizenzieren ihre Produkte an internationale Unternehmen wie Electronic Arts ("Die Sims", "Command & Conquer") und Ubisoft ("Die Siedler"). Laut Golem zeigt sich EA bereits an Crytek als potentiellem Übernahmekandidaten interessiert, alternativ wird auf Seiten Cryteks mit einem Börsengang spekuliert. Die Verabschiedung eines Killerspiel-Verbots könnte Crytek demnach auch bei einer weiteren Entscheidung hilfreich sein: Deutsche Börse Frankfurt oder New York Stock Exchange.

Auch Millionen verkaufter Egoshooter in Deutschland sind für die Politik kein ausreichender Beweis für gesellschaftlich voll integrierte und friedvoll lebende Gamer, sondern scheinbar Zeichen eines unvorstellbaren Potenzials an gewaltbereiten Bürgern. Eine Erklärung für diese realitätsferne Einschätzung ist mit Sicherheit in der mangelnden Medienkompetenz unserer Politiker zu suchen - wer nicht einmal weiß, was ein Browser ist, der kann auf virtuelle Rollenspiele und andere interaktive Spielvariationen im Netz nur mit Unverständnis reagieren.Schach

Der Ruf nach dem Verbot von Herstellung und Vertrieb der Egoshooter wird zur Zeit immer lauter, ein entsprechender Entwurf ist bereits auf Bundesebene eingebracht und im europäischen Ministerrat kann Deutschland bereits mit spanischer Unterstützung rechnen. Wir PIRATEN treten diesen Bestrebungen klar entgegen!

Nichts desto Trotz, mit oder ohne Egoshooter, heute oder vor 1.000 Jahren - eine Frage stellt sich immer noch: ist Gewalt grundsätzlich ein absolut unvermeidbarer Bestandteil der zivilisierten Menschheit oder kann das Maß der Gewaltbereitschaft nicht auch als Indiz für Unzufriedenheit und soziale Ungerechtigkeit angesehen werden?

Am 31.03.2007 veranstaltete die Piratenpartei Deutschland parallel in Berlin und Nürnberg Aktionen gegen ein Totalverbot sogenannter "Killerspiele".
Die Piratenpartei spielte Schach: auf einem Kreideschachbrett und mit Menschen statt Holzfiguren. 15 Spieler wurden in weiß und schwarz gekleidet und mit Farbbeuteln präpariert. Die Figuren bezogen Stellung und das Spiel konnte beginnen. Wurde ein Spieler geschlagen, so blieb er mit Theaterblut bespritzt liegen. Wie die PIRATEN zeigen wollten, waren die unterschiedlichsten Alters- und Berufsgruppen anwesend und bekundeten den Darstellern ihre moralische Unterstützung. Auch allein erziehende Mütter mit Kind blieben stehen und bestätigten, was Politiker nicht einsehen wollen: Nicht Videospiele sind es, die einen Jugendlichen austicken lassen, sondern soziale, berufliche oder familiäre Probleme. Abgesehen davon würden die vorhandenen Gesetze zum Schutz der Jugend vollkommen ausreichen, wenn sie eingehalten würden.„Und außerdem“, so eine Mutter, „ist es Aufgabe der Eltern, zu kontrollieren, womit die Kinder am Monitor ihre Zeit verbringen.“

Quelle: http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/egoshooter
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